Außerdem habe ich noch ein Foto vom Super-Trekking von der Super-Gruppe, einfach super!
Am Vorabend im Ungewissen darüber gelassen, wie ich nach Buenos Aires kommen würde, wurde mir am nächsten Morgen am Telefon geraten, einfach schon früh am Flughafen zu sein. Gesagt, getan. Also war ich um 9.00 Uhr morgens (geplanter Abflug: 15:20) am Flughafen. Mein Gepäck wurde zwar eingecheckt, aber wie man sich denken kann wusste keiner, wie ich nach Buenos Aires kommen würde. Eigentlich wollte man gegen 11.00 bescheid geben, wie es laufen würde, aber ein gutes Stück später musste ich mir dann selber die überraschende Info besorgen, der Flughafen sei wieder geöffnet, da das Militär erfolgreich die Messungen und Kalibrierungen des Radars vorgenommen hätte. Der Flughafen von Ushuaia ist nur unwesentlich größer als der A3-Hörsaal und es gibt relativ gar nichts zu tun, also verbrachte ich die Zeit bis zum wirklichen Abflug um 16:00 Uhr damit, ein kleines Kind davon abzuhalten mir Stifte zu klauen oder zu versuchen, mit mir auf Spanisch-Baby-Sprache zu kommunizieren (meiner Meinung nach der höchste Schwierigkeitsgrad einer Fremdsprache), Deutsche zu beobachten, die sich deutsch-künstlich gegenseitig aufregten (der Vorabend war meinerseits keine künstliche Aufregung, das war echt!) sowie damit, mir aus meinem vor wenigen Wochen erstandenen Footprint South American Handbook 2007 Reiseideen rauszusuchen..
Der Grund für meine Flugumleitung am
Sonntag bestand auch am Mittwoch noch. Das Radar des Flughafens funktionierte einfach nicht. Am Vortag wurde mir am Telefon gesagt, ich sollte Mittwoch einfach noch mal anrufen, und dann würde man mir sagen, wie mein für Mittwoch Abend geplanter Rückflug nach BA ablaufen würde. Soweit so gut, mit dem Vorhaben am frühen Nachmittag zum Büro von Aerolineas zu gehen, sind wir am Morgen erst mal auf eine Bootsfahrt auf dem Beagle-Kanal gestartet.
Seelöwen und Kormoranen, sowie als Hauptattraktion des Kanals dem Leuchtturm "Les Eclaireurs" vorbei. Wir hatten uns bewusst für ein etwas kleineres Boot entschieden, damit das ganze See- und Wind-Erlebnis etwas "ehrlicher" wird und vor allem, um die großen Mega-Katamarane zu meiden, auf denen man sicher Schwierigkeiten hat, ein Foto ohne andere Touristen zu machen..
Richtig spannend wird es dagegen beim Thema Rückflug. Ich bin als Mittags ins Büro und mir wird gesagt, ich soll eine Stunde vor Abflug da sein, dann würde man sehen, ob ich im Bus nach Río Grande und von dort aus ausgeflogen oder direkt ab Ushuaia fliegen würde.
Jedenfalls wurde mein Flug auf den nächsten Tag umgebucht, aber auch da mit der Ungewissheit, von wo der Abflug stattfinden
würde. Man wollte mich anrufen, am gleichen Abend noch. Ich musste mir das Lachen verkneifen, aber meine Kommentare konnte ich mir natürlich nicht verkneifen. Der Anruf, soviel sei verraten, kam nie..
Am Vorabend bekam ich fast Blind-Date-maessig eine Begleitung
fuer den Nationalpark aus dem Hostel vermittelt. Tobias (mit sympathischem Nachnamen Meyer) aus der Schweiz ist schon seit vielen Wochen in Argentinien unterwegs und hat von Norden nach Sueden schon so ziemlich das ganze Land per Bus durchstreift. Im Nationalpark von Tierra del Fuego (Feuerland) machten wir uns auf eine empfohlenene Wanderung von knapp 8 km durch die (ich weiss, ich scheine mich zu wiederholen) wundervolle Natur. An wohl einer der entlegenstenten Poststationen der Welt haben wir uns Aufkleber und Stempel ("Fin del Mundo") geholt und sind dann, ohne auf Leute zu treffen ne ganze Weile durch die Waelder gestreift. Aufgrund der Tatsache, dass der Weg empfohlen wurde hatte ich zwar die Befuerchtung, es wuerde von auf
befestigten Wegen wandelnden Touristen nur so wimmeln, aber das Gegenteil war der Fall. Es war ein grosser Teil relativ
naturbelassen und keine Menschenseele unterwegs. Herrlich!
durch relativ tiefen Schnee, ich den Spuren Tobias' folgend, und den
Geroellhang entlang, ich mehr auf allen Vieren, "gelaufen" sind. Auch wenn das Wetter nicht wirklich schoen war, denn es hat recht kraeftig geschneit dort oben, wurden wir mit einem wirklich tollen Ausblick belohnt.
Der Montag war bei mir persoenlich eher Ruhetag. Ich machte nur einen kleinen Spaziergang durch die Stadt Ushuaia, die Argentinien stolz als suedlichste Stadt der Welt verkuendet, obwohl Puerto Williams in Chile eigentlich noch suedlicher, aber nicht so populaer ist, einen Besuch im "Museo del Fin del Mundo" und in der Gefaengnisanlage. Das Gefaengnis war einer der Versuche Menschen, in diesem Fall Waerter und Gefangene, dazu zu
bringen sich an diesem Fleck der Erde anzusiedeln. Das Gefaengnis existierte vorher schon auf einem noch abgeschiedeneren Fleck (Isla de los Estados/Staten Island), wurde aber dann nach Ushuaia verlegt, da zu viele Menschen unter den widrigen Bedingungen schlicht und ergreifend starben. Das aenderte sich allerdings auch nach der Umsiedlung nicht wesentlich..
Was mich im Museo del Fin del Mundo ueberrascht hat ist, dass es noch bis in die zwanziger Jahre Ureinwohner hier unten gab. Die wurden aber von einfachen Krankheiten dahingerafft, daran war unter anderem die Kirche schuld. Diese zwang die Leute, die vorher fast nackt, aber mit Robbenfett eingeschmiert und in steter Begleitung von Feuer, lebten, sich etwas anzuziehen. Da wir von einer Zeit weit vor GoreTex sprechen wurde die Kleidung nass und blieb es auch, da sie sonst ihren Lebensstil kaum aenderten. Dadurch erkaelteten sich die Ureinwohner und eine simple Grippe raffte sie in zwei Wochen dahin.. Des weiteren wurde durch intensives Bejagen der Fauna mit Schusswaffen ihre Nahrungsgrundlage erheblich eingeschraenkt.
Ein weiterer grosser Schritt des weissen Mannes, der es mal wieder problemlos geschafft hat, aufgrund eigenen Expansionswahns ganze Voelker auszurotten.
Nach einem kurzen aber erholsamen Schlaf und der Ernuechterung am Morgen, dass der Trockner nicht einmal ansatzweise meine Sachen ueber Nacht trocken bekommen hatte, begann ein weiterer Tag in Patagonien.
Relativ kuehl und vor allem frueh aufgewacht (Nachttemperaturen kurz ueber dem Gefrierpunkt und Fruehstueck um 07.00 Uhr) ging es an Tag 2 der Tour.
zwei Guías (Walli und die Bergspezialistin Marcela). Der erste Hoehepunkt des Tages war die Querung eines Flusses am Seil haengend, was sicher nicht die gefaerhlichste Querung der Welt war, aber sowohl notwendig als auch meine erste Bauch-oben-am-Sei-haeng-Hangelei ueberhaupt. Die Karawane zog dann unaufhaltsam weiter Richtung Gletscher, der schon seit einigen Stunden stets optisch praesent war. 
stark beschraenken muessten. Letztendlich hat es nur fuer ein paar Fotos auf dem Gletscher selbst gereicht und dann wurden aufgrund von starkem Temperaturabfall dank der eisigen Umgebung, Regens und Windes auch die Fotolustigsten des Fotomachens muede. 
Von Marcela, die auch nach Hause wollte, angetrieben legten wir diesen in knappen zwei Stunden zurueck. Die laedierte Schottin hatte vorher fuer diese Strecke knappe vier Stunden gebraucht, armes Maedel! 

Der Name Super-Trekking ist kein von mir erfundener Name,
sondern so heisst der Ausflug wirklich. Soviel vorab..
von Schafen bewohnte Landschaft anzuschauen. Im knapp 200 Kilometer von El Calafate entfernten El Chaltén angekommen
trafen wir auf unsere Fuehrer Walli und Paulo. Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich schoen, aber ein leichter Regen macht bei Temperaturen um die 15 Grad nicht viel kaputt. Die ersten Kilometer kraeaftigen Aufstiegs ueberstanden, musste ich mich schon der ersten Schalen meiner Zwiebel-Kleidung entledigen, da die gefuehlte Temperatur doch deutlich anstieg. Es folgten rund 6 Stunden recht anstrengenden, aber landschaftlich einfach unbeschreiblich schoenen Trekkings. Leider drehte sich das Wetter zunehmend gegen unsere kleine (4 Spanier, 1 Schottin, 1 Irin, mir und die beiden Berg-Heinis) aber feine Gruppe.
Nachdem ich mich am Vor-"Abend" noch im Hostel erkundigt hatte, was man denn so an Ausfluegen machen kann, ging es am Donnerstag recht frueh aus den Federn. Der Existenzgrund von El Calafate war frueher, weil die Pferde-Karawanen, die die Schafwolle transportierten hier auf dem Weg zum Atlantik rast machten, aber heute ist die einzige Ueberlebensberechtigung dieser "Stadt" die mit Gletschern gespickte Umgebung.
Die Hauptattraktion der vielen Gletscher hier ist Perrito Moreno. Benannt nach einem Forscher, der extrem viel fuer Argentinien getan hat, nicht nur, weil er erreicht hat, dass die Chilenen etwas Land abgetreten haben, sondern vor allem, weil unter anderem dieses Land und viele Landstriche zu Nationalparks wurden.
El Indio -> Nicht wegen Indien, sondern wegen Indianer, und das vermutlich nur, weil er bissl dunklere Haut hat..) konstant von der eigentlichen Guía nach Pflanzennamen gefragt wurde, weil er am naechsten Tag seine Nationalpark-Fuehrer-Pruefung hatte. Am Ende wussten wir teils mehr als er, meine Vermutung ist, dass er nicht bestanden haben kann..
Nach einer etwas laengeren Fahrt durch tolle Landschaft kamen wir dann am Nationalpark an, in dem ich als Quasi-Argentinier eintrittspreismaessig wieder ordentlich abgeraeumt habe..
Am Abend am Hostel angekommen war ich dann auf der Suche nach Beschaeftigung fuer den naechsten Tag, genauso wie drei Spanier. Da ich von Gletscher halbwegs genug hatte, standmir nicht die Lust nach einer Ganztags-Gletscher-Bootsfahrt, und so entschloss ich mich zu einer folgenschweren Entscheidung: Mit den Spaniern auf Super-Trekking zu gehen.
Am Dienstag Morgen kaum aus Córdoba zurueckgekommen, ging es am Mittwoch direkt wieder los auf meine lange erwartete, aber fix geplante Reise nach Suedargentinien. Da die Distanzen schlichtweg enorm sind, bleibt Einem ausser Fliegen kaum eine andere Wahl. Zu meiner ersten Station, der Stadt El Calafate, fliegt man immerhin 2,5 Stunden, und das Land erstreckt sich noch viele hundert Kilometer weiter nach Sueden! Kuerzlich habe ich ja von meinen Visa-Eskapaden geschrieben; die haben sich aber trotz allem gelohnt, denn dank meiner Residencia habe ich Zugriff auf die relativ guenstigen Flugtarife fuer Argentinier. Waehrend bspw dieser erste Flug fuer Auslaender und
Nicht-Anwohner rund 300 € kostet, kostet er mich nicht einmal 100 €. Eine sehr interessante Form der argentinischen Diskriminierung und auch interessant unter dem Gesichtspunkt der Ausnutzung von Monopolpositionen..
Bildschirmen entnehmen, dass mein Flug statt um 13:05 erst um 16:50 losgehen wuerde. Na Danke auch. Da ich nach wie vor in
Argentinien bin blieb es nicht dabei, und so ging der Flug schlussendlich um 18:00. Aber wenigstens haben sie mir ein Mittag (Ja, zwei Steaks..) bezahlt._________________________________________________________________
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In Córdoba haben wir uns dann noch mit meinem Porsche-Prakti-Kollegen Marco und seiner Freundin zum Essen getroffen, nachdem die Beiden gerade über dieses lange Wochenende in Buenos Aires beim Robbie Williams Konzert waren, und um 23 Uhr am Montag Abend ging es dann auf in Richtung Hauptstadt. Aus irgendeinem mir nach wie vor unklaren Grund wurde auf Hin und Rückfahrt in der Nacht die Klimaanlage ausgeschaltet, dass verhinderte zwar die sonst in argentinischen Reisebussen üblichen Erfrierungen, verursachte aber leider eine Schwüle, die absolut furchtbar war.