Donnerstag, 26. Oktober 2006

23.10. - Locker bleiben

Der Montag war bei mir persoenlich eher Ruhetag. Ich machte nur einen kleinen Spaziergang durch die Stadt Ushuaia, die Argentinien stolz als suedlichste Stadt der Welt verkuendet, obwohl Puerto Williams in Chile eigentlich noch suedlicher, aber nicht so populaer ist, einen Besuch im "Museo del Fin del Mundo" und in der Gefaengnisanlage. Das Gefaengnis war einer der Versuche Menschen, in diesem Fall Waerter und Gefangene, dazu zu bringen sich an diesem Fleck der Erde anzusiedeln. Das Gefaengnis existierte vorher schon auf einem noch abgeschiedeneren Fleck (Isla de los Estados/Staten Island), wurde aber dann nach Ushuaia verlegt, da zu viele Menschen unter den widrigen Bedingungen schlicht und ergreifend starben. Das aenderte sich allerdings auch nach der Umsiedlung nicht wesentlich..

Was mich im Museo del Fin del Mundo ueberrascht hat ist, dass es noch bis in die zwanziger Jahre Ureinwohner hier unten gab. Die wurden aber von einfachen Krankheiten dahingerafft, daran war unter anderem die Kirche schuld. Diese zwang die Leute, die vorher fast nackt, aber mit Robbenfett eingeschmiert und in steter Begleitung von Feuer, lebten, sich etwas anzuziehen. Da wir von einer Zeit weit vor GoreTex sprechen wurde die Kleidung nass und blieb es auch, da sie sonst ihren Lebensstil kaum aenderten. Dadurch erkaelteten sich die Ureinwohner und eine simple Grippe raffte sie in zwei Wochen dahin.. Des weiteren wurde durch intensives Bejagen der Fauna mit Schusswaffen ihre Nahrungsgrundlage erheblich eingeschraenkt.


Ein weiterer grosser Schritt des weissen Mannes, der es mal wieder problemlos geschafft hat, aufgrund eigenen Expansionswahns ganze Voelker auszurotten.



Am Nachmittag hat mich Sergio angerufen, der allerdings ueberraschenderweise irgendwie nach Puerto Madryn gekommen ist (der Ort, in dessen Naehe ich im Juli Wale beobachtet hatte), da es aufgrund wenig verbleibender Zeit keinen Sinn mehr gemacht haette, noch hier runter zu fliegen. Da ich allerdings noch Sachen von ihm mitgenommen hatte, werden wir uns in ein paar Wochen wohl in BA sehen.

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