Freitag, 9. November 2012

Lichter in Varanasi


Dieser sehr heiße, schwüle Tag beginnt mit einem langen Spaziergang entlang der Ghats, bis zum letzten. An diesem letzten Ghat finden an manchen Tagen hunderte Verbrennungen statt, und auch an diesem Tag war relativ viel los: Von Toten auf Tragen bis hin zu Asche, die in den Ganges gekehrt wurde. Die gesamte Zeremonie unterliegt jedoch Regeln und sogar das verwendete Holz, je nach Reichtum „gönnt“ man sich eine höhere Qualität, z.B. Zedernholz, wird exakt abgewogen, um die Verbrennung zu optimieren.

Für den Rückweg wählten wir den Weg durch die Stadt und durch den Markt. Einmal mehr Menschenmassen. Einmal mehr ein Konzert von Fahrzeug-Hupen. Während fast alle Damen der Gruppen Henna auf Händen und Füßen bekommen hatten und jeder mehrere Schals gekauft hatte, nutzte ich die Zeit und kam mit einem Ladenbesitzer ins Gespräch, der uns im Anschluss auch direkt ein Hotel zeigte, in dem wir ein kühlendes Bier bekommen konnten – Alkohol ist in der Stadt grundsätzlich „nicht gern gesehen“. Der Blick von der Dachterrasse auf das Treiben war eine nette Abwechslung.



Das absolute Highlight des Tages war jedoch die Lichterzeremonie am Abend. Nachdem wir von einem Boot aus kleine Kerzen (mit Wünschen versehen) losgelassen hatten, ging es zur Zeremonie. Tausende Menschen an Land und auch auf dem Wasser, sowie Millionen vor den Fernsehern betrachten diese jeden Abend. So beeindruckend spirituell und nachhaltig in Erinnerung bleibend dies auch war, so verschlossen blieb mir leider der wahre Zugang und das volle Verständnis für all das, was dort passierte. Ein, wenn nicht sogar das Highlight der Reise.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen