Mittwoch, 20. Dezember 2006

Weiter durchs Salz


Der Wecker ging heute im Salz-5er-Zimmer um 6.00 Uhr, das war dann auch der Startschuss fuer 25 Leute, sich an einem Waschbecken und einem Klo anzustellen.
Ein weiterer intensiver Auto-Fahr-Tag stand an. Zu sehen gab es die Laguna Colorada, die Laguna Verde, den Arbol de Piedra (Steinbaum; in dessem Umfeld Chris und ich unsere Ketterkuenste eindrucksvoll zur chau stellen konnten), viele Flamingos (allein in Laguna Verde 70.000), einen noch rauchenden Vulkan, lustige Ich-lehn-mich-gegen-den-Wind-und-fall-nicht-um-Spiele und am Ende des Tages gab es dann noch richtige Gruppen-Spiele.
Da hatten vor allem unsere beiden Rafting Guides aus den USA einiges auf Lager, aber auch Mirco, der uns schon imAuto zum Singen zu animieren suchte, liess sich in Sachen Spielideen nicht lumpen. Das nenne ich mal Voelkerverstaendigung, Leute fuenf verschiedener Muttersprachen machen sich zusammen zum Hammel. Aber ein Riesenspass!

Dienstag, 19. Dezember 2006

Der Berg ruft

Auf eigene Faust fest entschlossen ist unsere Gruppe um 3.00 Uhr aufgestanden, um vom Basis-Camp auf 3.635m einen Versuch zu starten. In kompletter Dunkelheit und unter beeindruckendem Sternenhimmel ging es zunaechst flott den Berg hinauf.
Die Anstrengung war aufgrund der bereits beachtlichen Ausgangshoehe erheblich. Aber zunaechst hatte ich keine hoehenbedingten Probleme, vielleicht hatte der am Vortag unternommene Mini-Trek ausgezahlt. Der Koka-Tee hatte sicher auch seinen Anteil.
Irgendwo vor sechs Uhr und ueber 4.100 m haben wir uns in zwei 3er Gruppen geteilt, da die Zielvorstellungen doch etwas auseinandergingen.
Die beiden Amerikaner Chris und Racall und ich haben, in Anbetracht der Tatsache, dass der Gipfel und selbst der Hauptberg ausser Reichweite schienen beschlossen, einen Seitenkamm zu erklimmen, um einen bestmoeglichen Ausblick auf den Vulkan, Sonnenaufgang und Salzwueste zu erhalten. Der Sonnenaufgang war leider schon durch, kaum war der Aufstieg begonnen.
Die andere, aus den Italienern Mirco und Ivano sowie Thomas bestehende Gruppe machte weiter Richtung Hauptberg. WIe wir spaeter erfuhren, erreichten sie den Fuss, und Thomas kam sogar noch 200m hoeher. Vom Kratterrand und der Lagune im Krater blieben auch sie weit enternt.
Wir machten noch etwa 300 Hoehenmeter und die waren absolut zermuerbend, aber der Ausblick hat es absolut wert gemacht. Der erste Sonnenstrahl, den ich gegen 7.00 Uhr im Gesicht hatte, war wie das Ueberqueren der Ziellinie und Preisuebergabe in einem.
Nach einer Stunde Blick-Genuss ging es an den Abstieg. Die drei anderen trafen wir weiter unten, sie hatten fuer den Abstieg einen Weg gefunden, der ein deutlich weiteres Fortkommen ermoeglicht haetten. Nach Fruehstueck und Mittag innerhalb einer Stunde ging es auf Tour, bei der die Isla Incahuasi (mitten im Salz, voll mit Kakteen), die vor wenigen Jahren entdeckte Hoehle "2 Galaxias" sowie die Teufelshoehle besichtigt wurden.
Nachdem Thomas sich aus der Tour ausgeklinkt hatte, bekamen wir zwei neue Mitglieder, eine Polen-Peruanerin und einen Brasilianer.
Die Nacht verbrachten wir, angeblich aus Wiedergutmachungsgruenden, in einem Salzhotel.

Montag, 18. Dezember 2006

Uyuni

Wieder mal ein frueher Tag, sieben Uhr, aber das sind eben ne besondere Form der Ferien.
Obwohl das Rezeptions-Maedel gesagt hatte, das Hostel sei gut belegt, waren von den sicher 30 Zimmern hoechstens 3 belegt. Habe sogar nur eine andere Person gesehen.
Gefaehrlich auch an diesem Morgen der elektrische Duschkopf, nichts fuer schwache Nerven, wenn 5 cm neben dem Wasserstrahl offene Kabel laufen..
Direkt nach einem halbwegs vernuenftigen Fruehstueck ging es dann auf die noch am selben Morgen aus Preis-Poker-Gruenden gebuchte Tour in den Salar de Uyuni, die groesste und hoechstgelegenste Salzwueste unseres geliebten Planetens.
Die Gruppe bestand aus Thomas (einem deutschen Reiseleiter), zwei Amerikanern und zwei Italienern und mir.
Da es in Uyuni etwa 80 Agenturen gibt, die weitestgehend das gleiche Programm durchziehen, wurde es bereits an der ersten Station voll. Dort konnte man Salztrocknung und Verpackung mit schockierendem Handarbeitsanteil, vor allem von Kinderhand, sehen; danach ging es dann aber direkt raus auf den Salar.
Dieser ist 15.000 Jahre alt und 12.000 km2 gross. Er besteht aus einer 3-8m dicken Salzschicht, und darunter knapp 3.000m Wasser.
Am fruehen Nachmittag dann bereits Endstation am Fusse des zu besteigenden 5.800m Vulkans. Nette Einlage war, dass ein Fahrer, der zwei Amerikanerinnen auf einer 1-Tages-Tour herumfuhr und angetrunken war, erstmal bei einer voellig idiotischen Aktion sein Auto bis zum Anschlang der Karosserie im Salzschlamm versenkt hat.
Am Abend gab es dann die grosse Ueberraschung, dass unser Fahrer uns mitteilte, auf den Vulkan koenne man nicht herauf. Auch nicht bis auf 500 m an den Gipfel heranfahren, wie eigentlich abgemacht. Es folgte eine sehr anstrengende Diskussion.

Tupiza - Uyuni

Der fruehe Vogel faengt den Wurm. Da ich immer noch ohne Wecker, aber auch immer noch deutsch bin, ging es kurz nach sieben raus aus den relativ bequemen Federn.
Wichtig zu erwaehnen ist, dass die Dusche sehr heiss war, was alles andere als normal ist in Bolivien.
Dann ging es nach kleinem Stadtspaziergang zum Busterminal und in den Jeep. Ticket war schon am Vorabend besorgt. Allerdings fuer 60 Bolivianos, die beiden Brasilianer die noch mitfuhren hatten kurz vor Abfahrt gekauft und nur 40 bezahlt. Merken!
Auf der Fahrt hatte ich eine der interessantesten Unterhaltungen bisher. Angefangen mit dem ueblichen Woher-/Wohin-Gequatsche haben wir uns tatsaechlich ueber soziale Unterschiede und Zukunft unsere Heimat-Staaten unterhalten. Bemerkenswert ;-)
Die Fahrt ueber knapp 200 km Schotterpiste fuehrte durch eine der kaergsten Landschaften, die man sich vorstellen kann. Aber stets vom Gefuehl begleitet, durch eine Mega-Version des Grand Canyon zu fahren.
Anmerkung: Auf der Fahrt Richtung bol. Grenze habe ich gestern den suedlichen Wendekreis ueberquert.
Die Landschaft war wirklich konstant beeindruckend. Fuer sowas musste ich in anderen Laendern schon Geld bezahlen.
Einige Dinge waren heute echt krass. Zunaechst einmal war das eine der Hauptverbindungen mit Argentinien, aber die Strasse war fabulos schlecht und es gab kaum Verkehr. Unterwegs kamen uns Leute zu Fuss entgegen oder auf dem Fahrrad, als die letzte und naechste "Ortschaft" Lichtjahre entfernt waren. Des weiteren die Hoehe. Morgens bei knapp 3000m gestartet, mittags bei 3800m und der Endpunkt Uyuni auf 3500m. Hier oben ist es zwar an sich recht kuehl, aber die Sonne verfuegt ueber eine brechende Intensitaet, die es gefaehrlich und heiss macht.
Mittlerweile macht sich auch der geringe Sauerstoffgehalt der Luft, der selbst leichte Spaziergaenge und kurze Treppen anstrengend macht. Da muss man viel trinken, was ich erst mal gar nicht gemacht habe, und demzufolge mit Schwindel zu kaempfen hatte. Aber nach 1,5 Liter Super-Bolivianischem-Pfirsich-Saft war das Problem dahin.
Nach kleinen Einkaeufen habe ich mir dann fuer 4 Euro ein Lama-Steak und das beste Bier meiner gesamten Zeit gegoennt (Huari-Pilsner). Netter Ausklang!

Sonntag, 17. Dezember 2006

Auf nach Norden, Viejo

Gestern hatte ich vor Besuch der Messe sowohl mein Flugticket gen Norden, als auch einen Ausflug zur Quebrada de Humahuaca gebucht. Nach einer Unterhaltung um halb sieben Uhr morgens mit dem angetrunken, aber schwer in Ordnungen (tolle Wortverbindung oder?), Stuart (http://www.stuartgarratt.co.uk/) ueber die Vorzuege von Haferflocken zum Fruehstueck (Bakteriensicher, da mit abgekochtem Leitungswasser und Milchpulver zubereitet) ging es dann per Minibus und kleiner Gruppe Richtung Norden.
Ein erster Stopp im 700-Seelen Dorf Purmamarca hatte zwei Gruende: La Montaña de los Siete Colores (Berg mit sieben Farben, aber schoener auf den Photoshop-Postkarten die ich gekauft habe als in der Wirklichkeit!) und einen recht touristisch aufbereiteten Markt auf der Plaza, wo es Alles von Mate-Becher bis Lama-Decke gab. Ich habe es bei einer 1,5 Euro Federtasche belassen. Sehr zufrieden mit dem Kauf.
Naechste Station war Tilcara, wo es inkaische Ruinen auf einem Berg, einen Kaktusgarten, ein weiteres Museum und last but not least einen Artesanalien-Markt. Keine aktive Beteiligung am Kaufgeschehen.

Anmerkung zwischendurch: Die gelben Punkte auf der Routen-Karte sind Uebernachtungen! Besser andere Farben fuer Linien/Punkte?

Auf dem Weg nach Humahuaca gab es recht einzigartige Gesteinsfaerbungen, dafuer in der Stadt selbst kaum Etwas zu sehen.
Aber spaetestens dort wurde mir klar, wie falsch ich mit meiner Aussage, Salta sei trocken, lag. Den in Salta war es richtig gruen, auch die gesamte Umgebung. Hier in Humahuaca gibt es vielleicht 5 gruene Baeume. Verdammt trocken sag ich dazu!!!
Direkt nach dem von Folklore (ich liebe Touristen-Ausfluege) begleiteten Mittagessen, typisches Locro, sehr lecker, ging es, waehrend die Anderen die Tour fortsetzten fuer mich Lonely-Rider maessig allein weiter. Die 2,5 Stunden / 2 Euro Fahrt musste ich zwar eingeengt, aber ueberlebend, verbringen.
In der Grenzstadt La Quiaca angekommen sah ich sofort, dass in der Stadt in Sachen Grenzverkehr Einiges geht. Die Aus-/Einreise Argentinien/Bolivien war, von einem netten Schwaetzchen mit dem argentinischen Grenzer begleitet, schnell erledigt. Die bolivianische Grenzstadt Villazón war einfach pures Chaos. Geld gewechselt und im wirklich unglaublich unuebersichtlichen Terminal die Fahrt nach Tupiza gekauft (sogar mit Sitzplatz), verbrachte ich die 1 Stunde Wartezeit auf der Plaza. Dort fuehlte ich mich schoen wesentlich besser als auf den unruhigen Strassen!
Im Bus war extrem wenig Bein Platz, auch dank des Vordermanns mit voller Sitzinklination, aber mit Glueck hatte ich Niemanden neben mir, und so ging es.
Die Fahrt erinnerte am ehesten an die Fahrt Nairobi-Masai Mara. Folter! Der Staub machte es nicht angenehmer, soviel sei verraten.
Umso froher war ich im Hostel Pedro Arroyo, ein sauberes Einzelzimmer, in das kaum mehr als das Bett passte, fuer 2,5 Euro inkl. Fruehstueck zu bekommen. Ah ja, und mit heisser Dusche!
Weitere Anmerkung: Beschriebener Tag: 16.12.2006
Anmerkung fuer Papa: Hostel war an sich etwas schlecher, aber angenehmer, da nicht so sch****-schwuel!

Samstag, 16. Dezember 2006

Salta, La Linda (Salta, die Schoene)

Dank Oropax konnte mich heute bis 10 Uhr nichts aus der Ruhe bringen. Den Tag wegen nicht vorhandenen Fruehstuecks mit einer ordentlichen Portion mikrowellenwarmer Haferflocken gestartet, bin ich gegen Mittag aufgebrochen, die Stadt zu erkunden.
Zuerst habe ich mir das Museo Arqueológico de Alta Montaña angeschaut, in dem eine gut gemachte Ausstellung mit STuecken der Inka-Kultur zu finden ist. Am interessantesten war, dass vor wenigen Jahren auf den Gipfeln fast 7000m hoher Berge Mumien gefunden wurden. Diese Gaben liessen die Inka dort, um ihrem hoechsten Gott, der Sonne, moeglichst nahe zu sein. Diese Mumien sind im Museum, und eine wird auf Knopfdruck beleuchtet (intelligent zur besseren Konservierung und zum Stromsparen ;-) ) und ist somit sichtbar. Seit ihrer Ausgrabung wurde stets die Kuehlkette aufrecht erhalten, bei immerhin knapp -20°C.
Danach bin ich per Seilbahn auf einen nahen Berg, aber der Ausblick waere wohl auch bei besserem Wetter kaum atemberaubend gewesen.
Durch Empanadas (stammen aus der Region, waren aber nicht besser als die in BA) gestaerkt, ging es dann ins Museo del Norte, dass im wohl erhaltenen Haus des ehemaligen Stadthalters ist, und dort wurde auf mittelmaessig spannende Weise ein Stueck Geschichte aufgerollt, von Inka-Werkzeugen bis Muenzen..
Feierlicher Hoehepunkt des Tages war der Besuch der abendlichen (1 von 5 taeglichen) Messe in der Katedrale der Stadt. Eine sehr feierliche Messe, bei der als Zeichen der Demut unter anderem eine Frau das Hauptschiff auf Knien entlang rutschte.
Mir seltsames erscheinender Abschiedsritus war das Kuesse jedes Nachbarn. Bloss weg da..

Vorsicht Freunde!

Anmerkung am Rande: Ich bin hier am entwicklungsmaessigen A**** der Welt, es ist das erste Mal, dass ich ueberhaupt auch nur mit Muehe nen Computer gefunden habe seit ein paar Tagen. Es dreht sich hier um Bolivien, nicht um die Schweiz!

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Ankunft in Salta

Die 19-stuendige Fahrt nach Salta fuehrte durch die verschiedensten Vegetaionszonen. Die waehrend der Nacht durchquerte baumlose Pampa, die fast schon regenwaldmaessig bewachsene Gegend um Tucumán und schlussendlich die trockenen Gegend von Salta.
Das Hostel Terra Oculta habe ich, da es in angenehmer und trotz Hitze aushaltbarer Weite vom Busterminal gelegen ist, maessig durchgeschwitzt erreicht, und bin bis jetzt erst mal positiv davon angetan. Na mal schauen wie es weitergeht..

Let the battle begin

Die Wohnung nach einer letzten Chorizo und Sojaschnitzel uebergeben bin ich am spaeten Nachmittag schweissgebadet per U-Bahn nach Retiro gefahren. Nach einiger Wartezeit erhielt ich gluecklicherweise die Bestaetigung, dass der telefonische Ticketkauf erfolgreich war, und nach anderthalb Stunden des Wartens ging es dann mit leichter Verspaetung statt 20.45 um 21.15 endlich los in Richtung Salta.
Die Reise kann beginnen!

Dienstag, 12. Dezember 2006

Chau Kakao

Am Samstag grad noch meine Familie zum Flughafen gebracht, bin ich seitdem am Vorbereiten meiner Reise. Mittlerweile habe ich schon meine Busfahrt und auch mein Gepäck ist so gut wie fertig. Jetzt bin ich dran, meine Wohnung halbwegs übergabefit zu machen und immer zwischendurch noch Sachen zu kaufen, die mir in den Kopf kommen.. Ist zwar nicht so lange, was ich da unterwegs sein werde, aber wie mir immer mehr bewusst wird, muss schon an Einiges gedacht werden.
Ansonsten sind die letzten Tage hier in der Stadt zwar wettermäßig absolut maximum, aber es ist ein seltsames Gefühl, die Stadt nun mehr oder weniger final zu verlassen. War ja doch ne ganze Weile, die ich hier verbracht habe. Melancholie macht sich breit..

Samstag, 9. Dezember 2006

City Tour

Als Premium-Reiseführer war es mir natürlich eine Freude, meine beiden Gäste am Donnerstag und Freitag durch Buenos Aires zu leiten. Ich denke wir haben, auch wenn es aufgrund der enormen Hitze anstrengend war, so ziemlich alles Wichtige gesehen, was man, ganz in der Manier japanischer Touristen, in der kurzen Zeit sehen kann/sollte.
Angefangen mit meiner Uni, dem Kongress, dem Café Tortoni, etlichen riesigen Straßen, dem Regierungspalast, mehrmals dem Obelisken, der Plaza de Mayo inklusive Demonstranten, ein Opfer der wahnsinnigen Fahrweise der hiesigen Busfahrer, dem Friedhof von Recoleta inklusive Evita (ruhend), mehreren Einkaufscentern, Puerto Madero, mehrere Einkaufsstraßen und auch sonst Alles. Einer der sicher in Erinnerung bleibenden Höhepunkte war die Fahrt mit der U-Bahn aus dem Stadtkern zu mir nach Hause. Wer kann denn ahnen, dass 20 Millionen Menschen scheinbar um 18 Uhr in unseren Waggon wollten. Das war einfach nur krass. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Zitat meines Vaters: "Das muss man einfach auch mal mitgemacht haben!"
Richtig Papa, aber auch wenn es noch so toll war, das EINE Mal reicht mir zunächst..

Wasserfälle, die Zweite

Da der Flug am Mittwoch schon für den frühen Nachmittag geplant war, mussten wir, um vorher noch die brasilianische Seite der Wasserfälle zu sehen, mal wieder früh aufstehen. Und ordentlich deutsch durchorganisiert waren wir dann auch bereits im ersten Bus, der in den Nationalpark hineinfuhr.
Die brasilianische Seite bietet, während die argentinische ein direkteres Erlebnis erlaubt, einen Panorama-Blick über den Río Iguazú auf die Wasserfälle. Meiner Meinung nach nicht so ein tolles Erlebnis wie die andere Seite, gehört aber definitiv und unauslassbar zu einem Besuch dazu, da es das Bild komplettiert.
Unser Glück sollte auch an diesem Tag relativ stabil bleiben, da das seit dem Morgen drohende Gewitter erst gewaltig entlud, als wir bereits im Flughafen angekommen waren. Dieser war glücklicgerweise klimatisiert, ganz im Gegenteil zu ALLEM vorher. Man kann sich, hat man es nicht selbst erlebt, nicht vorstellen was diese Temperaturen und Luftfeuchtigkeit mit einem anstellen..

Mittwoch, 6. Dezember 2006

Mir ist warm

Der Dienstag ging frue morgens nach einer kaum mit Schlaf versehenen Nacht gegen 7 Uhr los. Dann haben wir uns mal fix das groesste Wasserkraftwerk der Welt angeschaut (mehr Energie als die Chinesen!) und dann gings auch gleich schon auf an die Wasserfaelle.
Da ich schon ein paar Mal da war, ging es auf eine deutsch-wohl-durchdachte Route. Auf dieser haben wir uns Stueck fuer Stueck an die Wasserfaelle herangearbeitet und alles Highlight-maessig auf eine Bootsfahrt in die Faelle hinein steigern lassen. GIGANTISCH!
Noch gigantischer war da nur der von meinen lieben beiden Mitreisenden nicht mehr erwartete wirkliche Hoehepunkt des Tages: Die Gargante del Diablo (Teufelsrachen). Ums kurz zu fassen: Einfach mal verdammt viel Wasser, dass verdammt dicht an uns vorbei, mit einem verdammt noch mal kraeftigen Laerm von der Basaltplatte stuerzt. Fotos folgen.
Anmerkung der Redaktion: Auch diesen Beitrag schreibe ich in einer 30+ Grad Nacht. Wenn man schon nicht schlafen kann, muss man die Zeit ja irgendwie rumkriegen..

In der Hitze des Gefechts

Dass ich schlechte Erfahrungen mit Aerolineas Argentinas gemacht habe, ist ja bekannt, aber nun hat mich auch die von mir als besser eingeschaetzte LAN Chile im Stich gelassen. Denn ich habe vor kurzem per Mail eine Flugplanaenderung bekommen, die aber wie sich, am Flughafen angekommen, herausstellte nicht fuer unseren Flug war. Na gut, aber es ging nur um 2 Stunden Verspaetung.
Dadurch war unser organisierter Transport zum Hostel weg, und der vor Ort organsierte wusste, in Foz do Iguaçu angekommen, nicht einmal, dass es unser Hostel gibt. Also durften wir bei 34 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit auf einem laengeren "Spaziergang" unser Hostel suchen und so ersten intensiv anstrengenden Kontakt mit dem Klima hier im Norden machen..
Nebenbei bemerkt war das nur halb so schlimm wie die Tatsache, dass in unserem 2,5x4 m grossen, mit drei Doppelstockbetten ausgestattetem Zimmer die Temperatur seit Ankunft nicht unter 30 Grad gesunken ist, was ein Schlafen schwierig bis unmoeglich gestaltet..

Montag, 4. Dezember 2006

Surprise, surprise

Den Tag mit einer Tour durch das Tango-Viertel San Telmo begonnen ging es nach einer unterhaltsamen Fahrt mit einem Hardcore-Boca-Juniors-Fan weiter mit der obligatorischen Besichtigung der bemalten Häuser in La Boca. Diese touristisch hochgezüchtete Ecke hat eigentlich nichts mit der sozialen Wirklichkeit des Viertels gemein. Das merkt man allein daran, dass man es wirklich tunlichst meiden sollte, sich weiter als einen Block vom Touristenpfad zu entfernen.
Danach folgte ein Kontrastprogramm. Zunächst einen Rundgang durch die Bombonera, das Zuahuse von Diego, natürlich inklusive Museum. Danach konnte ich meine Gäste dann damit überraschen, dass ich sie unverhofft ins Monumental, zu einem Spiel von River Plate, der Heimat Batistutas, führte. War sicher keins der hochkarätigsten Spiele der Saison, trotzdem spannend und aufgrund der Stimmung ein absolutes Erlebnis, erst Recht nach dem River nach einem frühen Tor in der dritten Minute erst in den Ausgleich, und dann in den finalen 1:2 Rückstand fiel. Hart. Aber was will man machen.
Lösung: Wir sind einfach mal ein Steak essen gegangen..

Sonntag, 3. Dezember 2006

Endlich frei

Am Mittwoch noch halbwegs würdevoll die Logistik-Prüfung hinter mich gebracht und am Mittwoch Abend noch meiner Leber etwas Leid zugefügt, befinde ich mich nun endgültig offiziell im Urlaub (Hinweis der Redaktion: Die letzten Monate waren KEIN Urlaub. Nein, echt nicht!).
Nachdem am Donnerstag noch einige obdachlose Freunde in meiner Wohnung übernachtet hatten, ging es dann am Freitag mal wieder in die eingeübte Richtung zum Flughafen Ezeiza. Dort kamen relativ pünktlich mein Papa und mein Onkel an.
Sie erwiesen sich am ersten Tag als überraschend zäh, trotz Zeitumstellung, und so war neben Rundgang durch "meine Blocks" am späten Abend dann gleich noch das obligatorische Steak dran. Dazu nur soviel: Es hat nicht nur mir geschmeckt.
Der Samstag wurde ruhig angegangen, aber dann mit dem Besuch des vermutlich hochkarätigsten Polo-Turniers der Welt abgeschlossen, dem 113. ABIERTO ARGENTINO DE POLO. Es war aufgrund der heute enormen Hitze und nicht vorhandenen Schattens auf der Tribüne recht anstrengend, aber der Sport an sich ist wirklich absolut faszinierend. Glücklicherweise nicht sonderlich kompliziert, aber aufgrund des eleganten und doch kraftvollen Zusammenspiels von Mann und vor allem Pferd wirklich toll anzuschauen. Diese Jungs haben es zumindest verdient, ihre Polo-Shirts zu tragen, nicht so wie der 08-15 Mannheimer..

Mittwoch, 29. November 2006

Gleich fällt der Vorhang

Heute habe ich Prüfung 3 von 4 hinter mich gebracht, relativ erfolgreich und somit mittelmäßig angsterfüllt, was mich da morgen Abend erwartet, in der letzten Prüfung im argentinischen..
Die wenigen Highlights, die mein Lern-Leben in den letzten Tagen geboten hat, waren einige absolut geile Steaks. Ja, auch ich kann mich immer noch begeistern. Nur halt nicht mehr so einfach, wie am Anfang. Da muss schon bissl was Besseres auf den Teller mittlerweile.
Das Ganze ist natürlich ganz uneigennützig, nur um zu Testen, was ich meinem Besuch am besten zeigen, bzw. was ich ihn schmecken lassen sollte. Ende der Woche bekomme ich lange erwarteten Besuch von meinem Vater und meinem Onkel (wer jetzt schlau kombiniert: ja, sein Bruder!). Und die sollen Alles kriegen, aber kein Touri-Steak!
In der Zwischenzeit wurde, wie hier ausführlichst in den Nachrichten diskutiert, die gute Frau Bush junior im geliebten Buenos Aires ausgeraubt. Es bleibt gefährlich! Kommentar im Radio: "Wilkommen in der dritten Welt liebe Leute!"
Das auch sonst Einiges geht hier zeigt sich jeden Spieltag der Fußball-Liga. Ausschreitungen wie sie in Deutschland selbst in den unteren Ligen selten sind, gehören hier leider zum Alltag. Deshalb wurde vor kurzem beschlossen, den Rest der Hinrunde ganz ohne Gästefans auszuspielen, aber auch von den Heimfans durften nur noch Mitglieder (ja, es gab Aufnahmeschluss!) ins Stadion. EInige Partien wurden auch ganz ohne Publikum ausgetragen. Mittlerweile wurden die Maßnahmen wieder etwas zurückgedreht. Schwer zu sagen, ob das hilft.. Aber der erste Schritt ist zumindest mal gemacht: Problemerkennung. War auch nicht leicht, schließlich kamen Bilder von prügelnden, das Stadion auseinander nehmenden Fans ja nur etwa jedes Wochenende von mehreren Spielorten! Der Wille zählt..
Der übliche Kurz-Wetter-Bericht: Es wird immer wärmer, auch wenn es zwischen durch noch 20°-Tage gibt, wir waren auch schon bei 35°. Ganz schön kräftig, gerade weil es bitter schwül wird hier.. Aber was solls, wer das Eine will, muss das Andere mögen.
Auf den Fotos: Straße an der mein Wohnhaus steht und meine in Socken gehüllten, die Sonne genießenden Füße.