Freitag, 19. Januar 2007

Kokain und mehr

Den zweiten Tag als Erster angegangen konnte ich die Ruhe geniessen und meinen Morgen mit frischem Flusswasser beginnen.
Danach ging es nach einem ordentlichen Fruehstueck und gescheiterter Verhandlung ueber den Preis von 20.000 Peso auf zur Kokain-Fabrik von Don Adán. Allein an dieser Tour verdiente er insgesamt mal 250 Dollar. Eine schoene Art, direkt den Drogenhandel zu stuetzen!
Unter einer Plastikplane findet dort seit 20 Jahren die Verarbeitung vom Kokablatt zur Kokainpaste statt. Dabei wird den zerhechselten Blaettern unter anderem Salz, Kalk, Diesel, Jod, schweflige Saeure und Soda zugefuegt. Genaues Rezept auf Anfrage..
Man kann auch nicht sagen, der Mann wuerde da ein harmloses Zwischenprodukt herstellen, denn die Drogenkartelle die bei ihm einkaufen fuegen nur noch Acetol hinzu um das Soda rauszuziehen, und schon ist das Pulver fertig!
Nach dieser Sponsoring-Cocaine-Tour ging es dann aber richtig los. Ein Teil (etwa ne Stunde) der Wanderung fuehrte durch offenes, vor der Sonne ungeschuetztes Gelaende, dort brannte die Sonne mal gnadenlos herunter, mein lieber Schwan!
Nach einigen kraeftigen Aufstiegen und Wasserholen an Baechen ging es schon fast zum Abschluss an einen mehr als einstuendigen Abstieg, auf dem ich vollkommen alleine lief und die Vegetation auf mich wirken lassen. Ab und zu muss ich mir immer mal wieder klar machen, wo ich bin und was ich mache, und dass das alles andere als normal ist.
Unterwegs kamen wir auch an Indio-Doerfern vorbei, wobei ein witziges Detail ist, dass Jungen immer eine Tasche, Maedchen immer Ketten tragen, da sie sich als Kinder so stark aehneln.
Nach einigem weiteren Wandern und Klettern kamen wir am oberhalb eines Flusses gelegenen Camp an. Gelegen in einer faszinierenden Taelerlandschaft, die prachtvoll gefuellt ist mit Kaffee, Bananen und sovielen mir nicht mal ansatzweise bekannten Pflanzen, durchflossen von kraeftigen Stroemen, die mit ihren Felsen Postkartenpanoramen in Huelle und Fuelle liefern. Nach kurzem Luftholen gab es wieder ein Bad im Fluss im diesmal wirklich kalten Bergwasser. Da wurden die mueden Koerper wieder wachgeruettelt. Nachdem es zur Ankunft ne kraeftige Gemuesesuppe gab, kam dann gegen 20.00 ein kraeftiges Essen und Pulver-Saft.
Waehrend wir am ersten Tag 6 km in vier Stunden zurueckgelegt hatten, wurde auch heute die gleiche Distanz in aehnlicher Zeit bestritten. Die zweite Nacht ging ich aufgrund der Kaelte in der vorigen Nacht besser vorbereitet an, naemlich mit Decke!

Donnerstag, 18. Januar 2007

Beginn einer Reise

Aufgrund des Schwimmverbotes aber auch aufgrund der etwas unangenehmen Wassertemperatur beliess ich es auch heute Morgen bei andaechtigem Betrachten des Sonnenaufgangs, sowie gestern des Sonnenuntergangs, am Strand.
Immer wieder schoen, den Wellen dabei zuzusehen, wie sich mit roher Gewalt an einer kleinen vorgelagerten Halbinsel versuchen. Fesselnd!
Nach der ja verkuerzten Rueckwanderung aus dem Park und einigem Warten an der Strasse kam der Jeep mit einem Teil der Gruppen gegen 11.30 am Tayrona-Eingang an, um mich abzuholen.
Nach 40 Minuten Fahrt ueber Stock und Stein im Wald kamen wir in einem kleinen Dorf an. Dort gabs zur Auffrischung erst mal Sandwiches zum Selbermachen und das Kennenlernen der Gruppe, auch SB.
Meine Gruppe bestand aus fuenf Israelis, Marieke und Dirk Jan (Holland), Simon (Sydney) und Michael (Oesterreich, nicht DER!).
Nach zartem Anlaufen und leichten Flussquerungen strauchelten die Israelis schon auf dem ersten Anstieg. Die Joints die sie dabei rauchten, machten es sicher nicht einfacher..
Unterwegs kamen wir an zahlreichen Paramilitaer-Stuetzpunkten vorbei. Diese vor langer Zeit von Farmern zum Schutz gegen Guerrilla angeheuerten Truppen hatten sich vor kurzem fast entwaffnet, nach einem Regierungsabkommen. Als die Regierung ihren Teilen der Abmachung aber nicht nachkam, beginnt nun die Regruppierung. Daran zu erkannen, das zwar eigentlich Alle n kraeftiges Maschinengewehr, aber Einige noch keine Uniformen hatten.
Die Anzahl der Soldaten war wirklich erstaunlich.
Nach dem gut einstuendigen ersten Aufstieg wurden wir von Guide Walter mit Mandarinen, und von Kolumbien mit tollem Ausblick belohnt.
Im ersten Camp am spaeten Nachmittag angekommen nahmen wir gleich mal ein Bad im Bach hinter unserer Huette. Nach dem Schweissvergiessen fand ich das auch wohlverdient.
Abends gabs dann richtig ordentliches Essen und n paar Runden Rommee, bei denen der Oesi zum ersten Mal in seinem Leben Karten spielte.
Aus Erschoepfung ging es aber schon deutlich vor Mitternacht in die vor Regen per Dach und vor Moskitos per Netz geschuetzte Haengematte.

Mittwoch, 17. Januar 2007

Parque Tayrona




Die Nacht war kuehl und es hat auch kurz genieselt, aber das war zu erwarten und halb so schlimm.
War schon gegen 7 Uhr auf und machte mich auch bald auf DEN Strand zu finden. Direkt am Campingplatz ist auch ein Strand, aber da waren doch einige Leute und es war nicht wirklich idyllisch. Am naechsten Strand waren schon weniger, am naechsten noch weniger und am vierten Strand kaum noch Leute, da die Kolumbianer doch durchaus als etwas lauffaul bezeichnet werden koennen.
Am Ende dieses Strandes habe ich trotz der hohen Wellen ein trockenes Fleckchen Sand gefunden und so konnte das Relaxen endlich beginnen.
Nachdem ich mir, wie ich allerdings erst Abends feststellen sollte, im Schatten schlafend nen kraeftigen Sonnenbrand geholt hatte ging es auch auf den Rueckweg. Kaum im Camp lief mir der kraeftig schwitzende Oesterreicher aus dem Holiday Hostel in Cartagena ueber den Weg. Erinnert mich an Jack Black, aber NOCH unsympathischer.
Habe erst mal fix zu horrenden Preisen im Casa Familiar angerufen um meinen Start-Tag fuer die Tour (Do oder Fr) zu erfragen.Das Treffen mit dem Oesterreicher und die Abfahrt fuer Donnerstag ermunterten mich dazu, das Camp zu verlassen und in einen der ersten Orte zu laufen. So wuerde mein Weg am naechsten Morgen auch etwas kuerzer sein.
Auf dem Weg dorthin habe ich mir noch ein frisches Arepa gegoennt, das aus Geldgruenden auch gleichzeitig mein Abendessen war.
Leider war es in Arrecife genauso unverschaemt teuer, Matte fuer 10.000. Als Bonus bekam ich bis 10 Uhr nachts Michael Jackson und Kindergeplaerre auf die Ohren. Ganz toll.
Trotz Oropax gelang das Einschlafen erst, als der Strom ausging. Gegen 23 Uhr, nachdem ich eigentlich um 19 Uhr schlafen wollte!

Dienstag, 16. Januar 2007

Santa Marta

Die Nacht im Dreierzimmer war doch recht warm, auch der Ventilator half nicht wesentlich. Nachdem ich noch mit den Amerikanerinnen telefoniert hatte, ob sie nicht auch am Donnerstag mit nach Ciudad Perdida wollten, diese es aber doch etwas langsamer angehen wollten, legte ich bei mir im Hostel n paar kolumbianische Monatsgehaelter auf den Tisch, um meine Resersvierung fuer die Tour zu bestaetigen.
Danach gings dann auf Richtung Parque Tayrona, per Bus (aus Platzmangel auf Beifahrersitz) hat es nur ne knappe Stunde gedauert und schon war es soweit, am Eingang den unverschaemten Betrag von 10 Dollar Eintritt zu bezahlen. Spinner!
Danach noch nen Jeep fuer die ersten 4 Kilometer geommen, bevor 1,5 Stunden Laufen zum Zielstrand anstanden. Im Jeep habe ich nen Israeli sowie ne Englaenderin mit schottischem Freund getroffen, die witzigerweise nen Haufen Leute kannten, die ich auch getroffen hatte. Zum Beispiel die Koks-Schweden aus Medellin!
Auf dem Weg nach Cabo (der Zielstrand) ging es vorbei an Arrecifes und Piscina. Unterwegs schon filmreife Ausblicke, einfach geil!
In Cabo musste ich dann fuer 10.000 Peso (4 € !!!!), unverschaemt!, ne Haengematte unter freiem Himmel mieten. Aber der Abendspaziergang am Strand hat schon den Aerger wieder genommen, und aus Elektrizitaetsmangel ging es recht frueh in die Matte..

Weiterreise

Heute ist kaum was passiert, ausser das ich noch nette Abschiedsschnacks hatte und mich dann am Nachmittag weiter entlang der Kueste nach Santa Marta bewegt habe.
Von dort aus werde ich jetzt aufbrechen in Richtung Parque Tayrona und dann nach Ciudad Perdida. Keine Sorge, alles ruhig dort. Die letzte Entfuehrung von Touristen war dort im Fruehjahr 2003. Ist vermutlich sicherer dort als in Kreuzberg.
Also bis naechste Woche, sollte in etwa 7-8 Tagen wieder da sein!

Montag, 15. Januar 2007

Schnelldurchlauf

Am 14.01. und 15.01. ist nix Besonderes passiert, ausser Flugbuchung, Gourmetkochen und vor allem die Weiterreise nach Santa Marta, oestlich von Cartagena. Dabei bin ich durch die Heimat von Shakira gefahren, aber sie war grad nicht da, deshalb direkt weiter!
Im Casa Familiar in Santa Marta angekommen informierte ich mich direkt ueber Touren nach Ciudad Perdida. Haette direkt eine am naechsten Tag nehmen koennen, aber die Gruppe war schon recht gross. So hat mir dann die Hostel-Frau angeboten, eine neue Gruppe aufzumachen, die am Donnerstag starten wuerde. In der Zwischenzeit koennte ich nach Parque Tayrona fahren, wo ich dann Donnerstag Mittag abgeholt wuerde, da er eh auf dem Weg liegt!

Samstag, 13. Januar 2007

Geschenkter Gaul

Die Nach war zwar kuehl, aber absolut in Ordnung un nem geschenkten Gaul schaut man sowieso net ins Maul!
Den Vormittag im Internet unter anderem mit Flugsuche verbracht und danach mit hollaendischer Begleitung zum Mercado Bazurto, ein paar Schnaeppchen zu machen.
Wir fuehlten uns aber Beide so fehl am Platze, dass der Ausflug nach 20 Minuten schon wieder beendet war. Der Ort gab einem einfach nicht das Gefuehl, dort wirklich hinzugehoeren. Und ich versuche eigentlich, es zu vermeiden Gedanken wie " warum schaut ihr euch hier unsere Armut an" auszuloesen. Nebenbei bemerkt gab es dort einen der ekelerregendsten Geruchsmix, den man sich vorstellen kann. Kein Wunder, wenn der Fisch den lieben langen Tag in der Sonne verbringt, und der Muell solange rumliegt, bis irgendein Tier ihn auffrisst..
Abends bin ich dann mit Dick ins El Bistro gegangen, dem Restaurant vom Berliner Mirco. Dort ein recht gutes Pfeffer-Steak und paar Paulaner gehabt. Dann BEgleitung von zwei Amerikanerinnen aus dem Hostel bekommen und auf der Suche nach dem naechsten Spot einen Dick bekannten Kolumbianer getroffen. Rauf auf die Stadtmauer und vorm zu teuren Cafe del Mar ne Flasche Rum von nem Strassenverkaeufer erstanden.
Danach noch in nen Club, aber das beste an dem war auch schon, dass er uns aufgrund der fortgeschrittenen Stunde (3.00) zu viert fuer 10.000 Peso reinliessen. Stimmung kam bei mir nicht wirklich auf, also mit paar Kolumbianern gelabert und dann 5.00 heim.

Freitag, 12. Januar 2007

Playa Blanca (almost) forever

Nacht Nummer zwei in der Haengematte war ueberraschend angenehm, nachdem die erste ja doch recht kuehl war. Der windige Tag gestern hatte an eine kuehle Nacht denken lassen, aber die relative Breite der Haengematte erlaubte mir, die Nacht kokonmaessig eingehuellt und vor allem auf der Seite liegend zu verbringen.
Nach Morgen-Bad und Jalapeño-Thunfisch zum Fruehstueck hatte ich dann n laengeres Gespraech mit Jeli, einer der Saisonarbeiter in dem Restaurant, bei dem ich angemietet hatte. Er kriegt fuer 3 Monate 120.000 Peso (40€). Er erzaehlte auch, dass er einige Leute kenne, die auf Schiffen illegal in die USA eingereist sind und auch viele, die ins Drogenbusiness eingestiegen sind. Er selbst bevorzugt aber das ruhige Leben, da muss er sich nicht staendig Sorgen machen oder sich auf der Flucht fuehlen. So lebt er von einem Gelegenheitsjob zum anderen..
Gegen Mittag kamen dann zwei grosse Motorboote voll mit Amerikanern an. Etwa 25 Personen, die mal richtig einen auf dicke Hose machten, und von eigener Musik bis zu den kolumbianischen Maedels die Ausstattung komplett hatten. Zigarrerauchend (sicher auf Lunge, Thomas!), biertrinkend und zeitweise groehlend verbrachte man den Nachmittag und trug nicht zu meiner Entspannung, wohl aber zu meiner Unterhaltung bei. Der dunkelste unter ihnen war wohl Football-Spieler, und der Rest glaube ich von nem Record-Label (glaube: http://www.triplecrownrecords.com).
Nach einem weiteren am Morgen frisch gefangenen und am Mittag frisch frittierten Fisch und Bierchen nach ich, durch Jeli vermittelt, ein Boot nach Cartagena. Dieses setzte mich leider am anderen Ende der Stadt ab. Und aus Unwissen und Unlust bezueglich der Busse lief ich ne dreiviertel Stunde zum Hostel.
Mit einigen Einkaeufen beladen komme ich also ins Casa Viena und die Nachricht lautet, es sei kein Bett frei. Da Hans, der Besitzer, aber anwesend war, bot er mir eine Matratze auf dem Kuechenboden an. Gratis und ueberdacht, was mehr kann das Backpacker-Herz wollen.



Donnerstag, 11. Januar 2007

Playa Blanca

Mit Hahnenschrei vorgewarnt und vom Tageslicht ueberzeugt bin ich kurz nach sieben aus der Haengematte gepurzelt. Nach Morgen-Hygiene à la Robinson Crusoe dann denn Sonnenblocker drauf und die Ruhe genossen, bevor die ersten Boote auch nur daran dachten, anzukommen.
Seit langem konnte ich mal wieder richtig viel Zeit einem Buch widmen. Die Ruhe wurde erst gestoert, als zwei Motorboote mit je 15 Personen anlandeten. Ich hatte meinen Fisch noch fix vor ihrem bestellt, und konnte so, kaum fertig mit Essen, auf die Flucht an einen ruhigeren, besser: ganz ruhigen, Strandabschnitt gehen. Nach einer Runde Qigong, vielen Fotos und Baden dann zurueck. Es war ein bisschen wie im Zoo. Die Kolumbianer, die sich mindestens fuer reich hielten, benahmen sich nach ein paar Bier richtig schoen proletenhaft (siehe Ballermann 6). Umso verdienter war die Ruhe als sie und all die anderen Tagesausfluegler weg waren.Leider bin ich nicht Poet genug, um das tuerkisblaue Wasser oder gar den langsamen Uebergang ins abendlich Dunkelblaue treffend zu beschreiben, aber es sei verraten, dass es einfach schoen ist; gerade in Kombination mit dem blendenden Sand und dem fast schon stoerend wolkenfrei blauen Himmel.

Zum Strand hinaus

Wieder mal reisemaessig frueh um 6.00 aufgestanden, um ein Boot nach Playa Blanca (Weisser Strand) zu nehmen. Da ich nicht touristisch viel bezahlen wollte, bin ich mit keinem Boot vom Touristen-Kai gefahren, sonder aufgebrochen zum Mercado Bazurto, wo auch Boote Richtung vieler Inseln ablegen. Nur eben fuer Einheimische..
Der Bus, den ich dahin nahm fuhr zwar zum Mercado, aber setzte mich natuerlich am genau gegenueberliegenden Ende ab. So musste ich mega-weisser FlipFlop-Traeger durch einen deutlich touristenfreien Markt. Habe mich auch schon mal besser gefuehlt. Dort angekommen, wollte mir ein Typ 20.000 Peso (7€) abnehmen, statt 15.000 wie mir andere berichtet hatten. Auch mit viel Verhandlung wollte er sich nicht bewegen, also auf zum naechsten Capitan. Der wollte den gleichen Preis, hatte aber ein noch fast leeres Boot, also zurueck zum ersten, der mich jetzt aber nicht mehr mitnehmen konnte/wollte.
Beim Warten auf weitere Passagiere traf ich auf den hier lebenden ex-berliner Hausbesetzer Mirko. Dieser ist seit Anfang der Neunziger in Kolumbien, hier verheiratet und hat in Cartagena das "El Bistro". Da werde ich ihn wohl mal besuchen gehen.
Er gab das Warten allerdings gegen halb elf, als wir gestartet, aber mit Motorschaden wieder ans Ufer gefahren waren. Nachdem ich bereits seit halb neun auf dem Markt war, ging es finalmente um 11.30 los. Nach knappen 45 min Fahrt wurde ich an nem blendend weissen Strand abgesetzt. Aber das war noch nicht das Ziel. Teils von einem Einheimischen gefuehrt musste ich noch ueber ne halbe Stunde nach Playa Blanca laufen. Dort in der zermuerbenden Mittagshitze angekommen war ich ueberrascht von den vielen kleinen Restaurants. Aber paar hundert Meter weiter duennte es sich deutlich aus, aber am Ende des Strandes angekommen musste ich wieder ne ganze Weile zurueck laufen, um mich im letzten Lokal des Strandes fuer eine Haengematte zu entscheiden, nachdem ich sogar kurz ueber ein Zelt nachgedacht hatte. Aber so zahlte ich sogar nur 5.000 statt 15.000 Peso.
Die Haengematte hing da nun also 10m entfernt vom kristallblauen Wasser mitten auf dem Strand, ok unter Palmendach.
Nach stundenlangem Nichtstun wurde mit dem Sonnenuntergang dann auch schon vor 20 Uhr die Nachtruhe angetreten. Teil der Ausstattung war sogar das sich als ueberfluessig erweisende Moskitonetz. Nachts wurde es, obwohl nicht unter 20 Grad, wegen des Windes doch recht kuehl. Die Badehose reichte also doch nicht aus, und am Ende musste ich neben langer Hose sogar meinen Seiden-Mini-Schlafsack (kann mir schon die Kommentare zu dem Teil ausmalen) zum Schutz herbeiholen..

Mittwoch, 10. Januar 2007

Nachschlag zu gestern

Der Tag war doch noch nicht gelaufen, als ich ihm einen Eintrag widmete, daher:
Abends kriegte ich dann von nem Hollaender die Reste seines Gourmet-Abendessens, soweit so gut. Beim Fernsehschauen stoerte dann der ueberaus redefreudige Wolfgang. Ist ja ganz ok, aber als der offensichtliche 68er mir erzaehte, der Sozialismus sei die Loesung und DDRler wuerden auch nur dem folgen, wohin der Wind (momentan: Kapitalismus) weht, da musste ich ihn nach langem (wollte mich wirklich zusammenreissen gegenueber aelteren Personen!!!) Aushalten in seine Schranken weisen. Ich muss mir wirklich nicht von einem Ideologie-verbratenen, der mit Schuld an der Bildungszerstoerung ganzer Jahrzehnte hat, jeden Mist anhoeren, ohne dass er die Rechnung dafuer kriegt. Und ueber die musste er ganz sicher nachdenken..

Cartagena

Gemuetlich aus der Falle und sogar noch die Argentos erwischt und mit ihnen gefruehstueckt. Internet, Argento-Abschied und Telefonate, danach zum Castillo San Felipe. Mit dem Hinweise der Rezeptionsdame, ich solle mite Niemandem auf dem Weg dorthin sprechen, ausgestattet kam ich froh, schnell und tatsaechlich ohne Gespraech dort an.
Nachdem die Festung anfangs recht normal war, wurde sie spaeter in 35jaehriger Bauzeit zur groessten spanischen Festung der Americas ausgebaut. Und das, um den wichtigsten Kolonialhafen fuer spanische Kolonial-Im- und -Exporte zu schuetzen. Was fast immer gelang und zeitweise galt die Stadt als uneinnehmbar.
Habe mich rucksacktouristenmaessig unverschaemt ner Gruppe angeschlossen und bin durch einen Teil der Tunnelanlage gegangen (natuerlich gebueckt..). Es war einfach unglaublich heiss in den Tunneln, aber sie beeindruckten mich so normal, dass ich wohl feststellen musste, verwoehnt zu sein.
Die Anlage als Ganzes ist trotz allem ein riesiges und riesig beeindruckendes Bauwerk.
Nachmittags bin ich dann nochmal kopflos durch die Stadt gelaufen. Es ist einfach so angenehm, sich den Meereswind um die Nase wehen zu lassen, waehrend man auf einer knapp 20m breiten Mauer unter strahlend blauem Himmel wandelt. Die Palmen dabei vor kraeftige, meerblauem Hintergrund. Wenn mir das schon gefaellt, sollte ich mich vielleicht noch mehr als sowieso schon auf Playa Blanca freuen..

Montag, 8. Januar 2007

Oesis und Argentos

Am spaeten Morgen gab es gluecklicherweise einen Grund, den Oesi (um 11.00 noch tief schlafend) zu verlassen: Zimmer frei im Casa Vienna.
Ein Bett im nach Fuessen stinkenden 8er-Zimmer ergattert machte ich mich dann auf Stadt-Tour. Startend auf dem Sklavenverkaufsplatz (nicht mehr in Gebrauch), ins Museo Naval mit interessanten Modellen der grossen Schlachten um Cartagena weiter zur Kathedrale, gross, aber nix Besonderes. Besonders hingegen waren mehrere Gruppen zu Fuss und Rad, die von der Aida stammten, die alle zwei Wochen in Cartagena haelt. Die Stadt war kurzzeitig gefuellt mit Deutschen.
Die Aussicht von verschiedenen Punkten der Stadtmauer war immer wieder toll, aber auch immer stechend heiss.
Auf der Suche nach Essen stiess ich auf die beiden Argentinier die ich in Medellin kennengelernt hatte, in Begleitung eines lustigen alten Griechen. Unternehmer, hatte keine Lust mehr auf seine Arbeit..
Sind zusammen was Essen gegangen (fritiertes Huhn) und dann weitergestraeunert zusammen. Sehr, sehr schoen.
Spaeter sind wir dann zum Sonnenuntergang ans Wasser und haben leckeren Mate getrunken, abends folgte dann noch n Kurztrip nach Bocagrande, dem Strandviertel. Viele Laeden, nix Besonderes. Paar Bier und Ende der Geschichte.

Sonntag, 7. Januar 2007

Uebergangsobdach

Heute war ich schon kurz vor 8 im Casa Viena, in der Hoffnung, Jemand wuerde ein Bett freimachen. In der Wartezeit mit meinem Moechtegern-Luxushotel abgeschloss und ein Bett im Holiday Hotel gesichert. Gegen 12 Uhr wurde das Warte im Casa Viena dann aufgegeben.
Noch bis an die Checkout-Grenze um 14 Uhr die 100.000 Peso-Klimaanlage genossen, umgezogen und dann Richtung Strand aufgebrochen.
Wie gestern bereits bin ich auch heute nochmal bis zum Ende des Strandes gelaufen. Er war noch voller und dreckiger als gestern. Kein besonders erhebendes Erlebnis. Auch wurde ich, als ich nach ziemlich langer Zeit endlich ein schattiges Plaetzchen gefunden hatte, recht oft von Masseusen, Liegenvermietern und sonstigen Verkaeufern belaestigt. Musste teils meine freundliche Art aufgeben, um sie loszuwerden.
Zurueck im Hostel lernte ich auch bald meinen Zimmergenossen kennen, einen Oesterreicher. Das sollte als BEschreibung schon reichen, aber er war wirklich ein seltsamer Zeitgenosse, der mir einfach zu aufdringlich war.
Nachdem ich morgens schon das deutsche Paar und den alten Ami, die ich in Bogotá getroffen hatte, im Casa Viena wiedergesehen hatte, traf ich noch den ebenfalls aus Bogotá bekannten Australier aus Sydney. Nette Abwechslung zum seltsamen Oesi..

Samstag, 6. Januar 2007

Obdachlos in Cartagena

Doch etwas spaeter als erwartet nach mehr als 12 Stunden Fahrt in Cartagena gegen 11 Uhr angekommen war es gleich mal kraeftig warm. Nachdem ich verhindern konnte, dass der Taxista mich abzockt, hat er mir auch gleich seine Frauenprobleme erlaeutert. Verheiratet mit zwei Toechtern, und zusammen mit der Tochter eines vor uns fahrenden Taxifahrers. Bienvenido a Cartagena (nach kolumbianischem Spanisch gesprochen: Karrrtaheena).
Im Casa Viena angekommen, ging der Spass erst richtig los. Es war natuerlich nix frei, und so ging ich auf die Suche. Erst noch waehlerisch, spaeter verzweifelt irrte ich bei gut ueber 30 Grad und knallender Sonne durch die Gegend. Es gab absolut Nichts. Letzten Endes musste ich ein Doppelzimmer fuer 100.000 Peso nehmen, zum Vergleich Black Sheep die Tage davor 16.000 Peso! (2,200 Peso = 1 Dollar). Immerhin mit Klimaanlage und Kabel-TV. Das macht es natuerlich zum Schnaeppchen.
Kurz spaeter dann nach Bocagrande, dem Stadtstrand in wenigen Kilometern Entfernung, gelaufen. Endlich Sonne und Meer!!
Der Stadt war zwar recht voll, Verkaeufer zahlreich vorhanden und er war nicht recht sauber, aber trotzdem schoen.
Als ich im Sonnenuntergang am Strand sitzend und Tagebuch schreibend sinnierte, schrillten auf einmal Trillerpfeifen und schrien Leute direkt hinter mir. Das waren 6, ich nenn sie mal Jugendliche, die Promotion fuer nen neuen Bonbon machten und dann auch noch ein schoenes Foto mit mir kurz nach nem Herzinfarkt machten. Da war ich wach.
Abends dann noch ganz in meyerscher Art durch die Stadt getingelt, aber nix zum Futtern gefunden, und dass obwohl der Tag schon ohne Fruehstueck und Mittag verlief. Im Supermarkt habe ich mich dann mit kiloweise Kuchen eingedeckt, lecker!

Freitag, 5. Januar 2007

Wenn einer eine Reise tut

Wieder ein recht leerer, aber viel wichtiger noch, ein sehr entspannter Tag. Es war so wenig los, dass ich Shin (Taiwan) aus Langeweile zu einem spektakularen Ausflug in den Supermarkt ueberredete. Als Anstrengungszwischenhoch habe ich dann sogar noch gekocht. Das sind Sachen, die erlebt man nicht so oft!
Abends dann der Abschied von vielen netten Leuten undschon unter beachtlichem Zeitdruck ins Nord-Terminal. Bus bekommen und neben einem der Vaeter eines Grossfamilienausflugs gesessen. Mit diesem habe ich ne ganze Weile ueber die typischen Reisethemen geredet. Als ich ihn erst mal zum Reden gebracht hatte, war er kaum noch zu stoppen.

Donnerstag, 4. Januar 2007

Medellín 5

Ein weiterer chilliger Tag, kaum was gemacht, die Hauptmission des Tages bestand darin, zum Terminal zu fahren und dort ein Ticket zu kaufen. Ich weiss, dass meine taeglichen Anstrengungen hart wirken, aber ich schaffe das schon.
Der haerteste Teil kam wie immer erst am Abend, als wir ins Blue gegangen sind, um dort Medellín zum Abschied nochmal so richtig zu zeigen, wie wir uns ne Party vorstellen. Hat recht gut geklappt, der Club machte auf recht deutsche Weise nur schon um 3 Uhr zu, und danach mussten wir erst auf ne Bar, dann in nen Park ausweichen.
Im Blue sahen wir auch einige Leute wieder, die wir schon von SIlvester kannten. Darunter ein 15-Jähriger, der uns die ganze Zeit Kokain anbot, mit der Aussage, sein Papa bezahle ihm das ja eh alles. Der war so hart drauf.
Dort hatte ich ein seltsames, aber interessantes Gespräch mit nem Kolumbianer, der Filme macht. Seine zentrale These war, dass alle Kulturen etwas gemein haben. Sehr interessant. Er meinte, "wir sprechen miteinander, also sind wir doch irgendwie gleich". Sehr komischer Typ, aber ich betrachte das als Teil des Erlebnisses hier..

Mittwoch, 3. Januar 2007

Medellín 4

Ein weiterer entspannter Tag, mit wenigen Hoehepunkten. Durch die Stadt gewandert und unter der schuetzenden Hand eines ausgewanderten Hollaenders der uns einfach anquatschte auch durch sehr seltsame Strassen gewandert.

Dann noch ins Museo de Antioquia, leider keine Fotos erlaubt, welches aber auch recht unspektakulär war. Eigentlicher Höhepunkt des Tages war das Weggehen in den Parque Alleras und danach in nen Club dort in der Nähe. Sehr anstrengend, sodass ein halbes Verschlafen des nächsten Tages wieder gesichert war.


Dienstag, 2. Januar 2007

Medellín 3

Spaet aus dem Bett und am fruehen Nachmittag mit Phil und den beiden Schweden in den Parque de las Aguas. Dort bisschen rumgerutscht und wir wurden natuerlich wieder stundenlang und ueberall angestarrt von den Leuten, da wir alle gross, recht hell und blond sind. Aber ein Riesenspass wie immer.
Abends noch diesen seltsamen Film ueber ne brasilianische Gefaengnisrevolte 1993 gesehen, genauso quaelend lang wie Casino am Vorabend..
Mitten in der Nacht noch Familientelefonate und dann gegen 3 in die Heia.

Montag, 1. Januar 2007

Medellín 2

Den gestrigen Abend erst recht spät beendet ging es heute spät los. Also den Nachmittag halb verpennt und dann rumgequatscht mit nem argentinischen Pärchen. Super Leute, vor allem immer wieder angenehm, in MEINEM Spanisch zu reden.. Danach ist dann außer weiterem Gequatsche und nem McDonalds-Abendessen nicht mehr viel aus dem Tag rauszuholen. Das nenne ich mal nen gechillten Eintritt ins neue Jahr.
Auf diesem Wege allen Lieben die besten Wünsche fürs neue Jahr und alles Gute!